© Coleman / Ludwig

SERENITY.EXE

Joanna Coleman & Chris Nova Ludwig
 
Vernissage:
Donnerstag 27. November 2025, 19:00 Uhr
Sludge Content Performance, 20:00 Uhr
(Media Performance, 45 min)

 
Lecture Performance Make Content Not Art
Fr 05.12.2025, 19:00 Uhr
Finissage Accept All Cookies
Fr 12.12.2025, 19:00 Uhr

Ausstellungsdauer:
28.11. - 11.12.2025, Mi - Fr 15:00 - 19:00 Uhr

Medienwerkstatt Wien
Neubaugasse 40a, 1070 Wien
Organisiert von: Magdalena Scheicher


SERENITY.EXE Joanna Coleman & Chris Nova Ludwig
Serenity.exe reflektiert die Content-Maschine unter algorithmischem Druck. Es geht um Reizüberflutung, Fake-Oberflächen, künstliche Sinnlichkeit und darum, wie Kunstkörper in medialen Räumen zerlegt und konsumiert werden. Der Prozess wird inszeniert und dokumentiert – und zu Content.
Joanna Maria-Magdalena Coleman und Chris Nova Ludwig treten in einen Dialog nach der Logik des Sludge-Contents: überreizt, haptisch verlockend, zugleich artifiziell. Ihre Formensprache oszilliert zwischen organisch und industriell, glatt und grob, fest und flüssig. Erwartungen an Materialität und Authentizität werden permanent verschoben – eine Ästhetik zwischen DIY-Kultur, surrealer Reproduktion, trashiger Überproduktion und Transhumanismus – das Ballern als Methode.

“... brain rot is slurping low-nutrient, frictionless slop through a straw ...” Janelle Zara: Can Performance Art Cure Us of Brain Rot? in: FRIEZE 08/2025

Sludge Content Performance,
Do 27.11.2025, Media Performance 45min

Entkoppelt von ihren jeweiligen Geschichten wird Content zu einer ephemeren Aneinanderreihung von Gefühlen und Stimmungen transformiert. Dabei entsteht eine kontemplativ-hypnotische Sound- und Videokomposition, die eine Illusion emotionaler Tiefe enstehen lässt.
Kollaboration von J.MM.C + C.N.L

Lecture Performance: Make Content Not Art,
Fr 5.12.2025

Sludge Content als Symptom, Kritik und Strategie: Ein poststrukturalistisches Worldbuilding-Tutorial zur Selbstoptimierung mittels Memetic Engineering in der turbokapitalistischen Burn-Out-Gesellschaft – zwischen Digital Detox und Hyperconnectivity. Freiheit entsteht nicht im Widerstand gegen Strukturen, sondern im differentiellen Spiel ihrer Zerstreuung, wo Bedeutung sich in den Faltungen ihrer eigenen Hervorbringung auflöst.
(Foucault, Deleuze, Derrida, nach ChatGPT)


© Sludge Content Performance (Still), Coleman/Ludwig

Joanna Maria-Magdalena Coleman
(she/them), geb. 1986 in Wien, ist Medienkünstlerin, Performance- und Soundkünstlerin sowie Grafikdesignerin. Sie studierte Transmediale Kunst und Mediendesign in Wien.
In ihrer künstlerischen Praxis, die zwischen Performance, Sound Art, Techno, Videoinstallation und erweiterter Zeichnung oszilliert, geht es um die Schaffung von Handlungsspielräumen an Grenzbereichen als Form der Selbstermächtigung. Coleman untersucht technologische Systeme in ihrer Transdisziplinarität sowie deren theoretische Bezüge zu Körper, Gesellschaft und strukturellen Gegebenheiten, erforscht Zustände zwischen Reizüberflutung und meditativer Ruhe und führt Aspekte einer Burnout und ADHS Generation ad absurdum. Multitasking bis hin zu Überforderung, mentale Risikobereiche und Extase liegen eng beieinander.
In den vergangenen Jahren realisierte sie zahlreiche Ausstellungen und Performances und trat u. a. bei Struma + Iodine, SONIC TERRITORIES, ROTOR im Künstlerhaus, der V.elak Gala und am Weibel Institute for Digital Cultures auf. Sie performte sowohl solo als auch in Kollaborationen in Österreich, Polen, der Slowakei, Deutschland und den Niederlanden.

Chris Nova Ludwig
(they/them) beschäftigt sich mit generativer Klangkunst, digitalen Medien und audiovisueller Interaktion.
Zentrale Bestandteile der künstlerischen Praxis sind DIY Audio Software, Video Essayismus und dekonstruierte Club Ökologien, verbunden mit einem poststrukturalistischen Ansatz, der die Politiken von Content vs. Kunst und deren Slopification hinterfragt. Zu den Arbeiten zählen "Oscilloscope Music", wobei Schallwellen auf einem analogen Ozilloskop visualisiert werden, queere Rave Performances mit "Chronic Youth", das Bandprojekt "woke mind virus", das sich als postironische Antithese zu konservativer Propaganda versteht, sowie zahlreiche multimediale Installationen, Videoarbeiten und Performances. ref drop: Ars Electronica (Linz), Museum of Digital Art (Zürich), IZOLYaTsIYa Platforma kulturnikh initsiativ (Kiev), National Media Museum (UK), Kunsthaus Rhenania (Köln), Laser Dome (Seattle), Velak Export (Brüssel), Unsafe & Sounds (Wien), Sonic Territories (Wien), Ende Tymes Festival, (NYC), BBC Click (UK), Vectorhack (Zagreb), Institute for Visual Communication (Basel), Toulouse Hacker Space Festival (Toulouse), Videoholica (Varna), Elevate Festival (Graz), Institute for New Media (Frankfurt), 166k followers on YouTube.


© Sludge Content Performance (Still), Coleman/Ludwig